
RUTHIE ROGERS SPRICHT ÜBER ESSEN UND FREUNDSCHAFT
Ruthie Rogers gründete 1987 zusammen mit ihrer Freundin und Kochkollegin Rose Gray das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete The River Café. Die beiden führten das Restaurant gemeinsam, bis Gray 2010 verstarb – seitdem führt Rogers es alleine weiter.
Neben ihrer Rolle als kreative Kraft hinter einer der bedeutendsten kulinarischen Institutionen Londons ist Rogers auch Gastgeberin von Ruthie’s Table 4, ihrem äußerst erfolgreichen Podcast (der demnächst als Buch erscheint). Die Liste der von ihr interviewten Gäste steht der außergewöhnlichen Qualität ihrer Gerichte in nichts nach: Francis Ford Coppola, David Beckham und Saoirse Ronan, um nur einige zu nennen.
Als wir an einem frühen Morgen in dem von ihrem Ehemann, dem renommierten britisch-italienischen Architekten Richard Rogers, entworfenen Haus eintreffen, werden wir mit einer Auswahl aus Prosciutto di San Daniele, Mozzarella di Bufala und geröstetem Sauerteigbrot empfangen, die Rogers für uns angerichtet hat. Im Gespräch kehrt ein Thema regelmäßig wieder: Freunde – und die Bedeutung von Freundschaft. Genau das – zusammen mit einer überragenden Karriere, die sich auch nach rund 40 Jahren stetig weiterentwickelt – macht Rogers zur perfekten Kandidatin für den Auftakt unserer Kampagne Female Voices, die Frauen anlässlich des Internationalen Frauentags feiert und die Arbeit von Smart Works ünterstützt.

Erzählen Sie uns von Ihrer Morgenroutine.
Ich esse zum Frühstück nichts. Mein Frühstück besteht aus einem Espresso. Aber wenn ich frühstücken würde, wäre das hier genau das, was ich am liebsten essen würde [zeigt auf das Frühstücksbuffet]. Vielleicht gönne ich mir das einmal zum Frühstück, wenn Freundinnen und Freunde da sind. Manchmal gibt es Sardellen. Ich mag es salzig zum Frühstück.
Espresso getrunken – was kommt dann?
Ich versuche, meine Telefonate mit Freundinnen und Freunden morgens gleich nach dem Aufwachen zu führen. Denn sobald der Tag richtig losgeht, arbeiten alle, sind beschäftigt oder mit den Kindern zugange.
Ich habe in meinem Leben vieles erlebt, und ich glaube, das Wissen, dass man diese Freundschaft mit Menschen hat, die einem wirklich viel bedeuten, trägt einen da durch. Andere hören vielleicht Musik oder stecken den Kopf unter das Kissen, aber ich finde großen Trost bei meinen großartigen Freundinnen und Freunden. Ich würde sagen, ich gehöre zu den letzten, die noch telefonieren, aber eine Stimme zu hören, ist für mich unersetzlich.
„Ich habe in meinem Leben vieles erlebt, und diese Freundschaft mit Menschen, die einem wirklich viel bedeuten, trägt einen da durch.“
Was hat Sie dazu inspiriert, Ihren eigenen Podcast ins Leben zu rufen?
Nun, ich wollte schon immer Radio machen. Es gab ein Restaurant in Brooklyn namens Roberta's, das einen Radiosender hatte, und ich dachte, wir könnten The River Café Radio haben.
Der Podcast Ruthie's Table 4 ist tatsächlich aus der Covid-Zeit entstanden, als das Restaurant schließen musste. Wir dachten: Wie erreichen wir die Menschen, die nicht ins The River Café kommen konnten? Und wir dachten uns: Warum lesen wir nicht jeden Tag ein Rezept vor? Und dann wurde uns natürlich klar, dass dies in eine Geschichte münden sollte. Uns wurde sehr bewusst, dass die kulinarischen Erinnerungen einer Person Teil ihrer Lebensgeschichte sind.
Mel Brooks ist 98, und er kann sich an die erste Person erinnern, die ihm mit sieben Jahren Pasta kochte. Paul McCartney spricht über das letzte Rezept, das seine Mutter ihm beibrachte, bevor sie starb. Und Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses war, erzählte, dass sie bis zu ihrem 18. Lebensjahr nie eine Mahlzeit ohne Tischtuch gegessen habe, weil sie aus einer solchen Familienkultur aus Italien stammt.
Wenn ich zu Paul McCartney sagen würde: „Sprechen wir über die Beatles“ oder zu Nancy Pelosi: „Sprechen wir über den US-Kongress und die Politik“, hätten sie wohl abgewunken: „Das haben wir alles schon besprochen.“ Aber wenn ich dann sage: „Hat Ihre Mutter gekocht? Hat Ihr Vater gekocht? Wie oft sind Sie ins Restaurant gegangen?“ Dann wird das zu einer Art Türöffner.
Als wir das Gespräch mit Elton John führten, sagte eine Frau, die seit 20 Jahren mit ihm arbeitet: „Ich habe jedes Interview mit Elton gehört, aber noch nie diese Geschichte über das Erbsenschälen mit seiner Großmutter gehört.“ Es hat sich zu etwas wirklich Wundervollem entwickelt.
„Die kulinarischen Erinnerungen einer Person sind sind Teil ihres Lebens.“

Wie wählen Sie Ihre Gäste aus?
Ziemlich spontan. Wenn Sie sich die Liste meiner Gäste ansehen, merken Sie, sie kommen sie aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Wir hatten großes Glück, denn viele von ihnen essen ausgesprochen gern im The River Café – und es gibt eine persönliche Beziehung. Ich habe nur sehr wenige Menschen interviewt, die ich erst beim Gespräch zum ersten Mal getroffen habe, ich kannte sie also bereits – oft sehr gut.
Was kochen Sie am liebsten für eine Freundin oder einen Freund?
Pasta mit Tomatensauce. Dafür bin ich einfach bekannt! Es ist einfach das Beste, was man essen kann, äußerst sättigend und sehr wohltuend.
Was ist das Geheimnis?
Butter. Nicht verraten. Man sollte die Pasta nicht abgießen. Man hebt sie aus dem Wasser, gibt sie auf die Tomatensauce, fügt ein wenig Butter hinzu und schwenkt alles zusammen. Dabei schicke ich die Leute immer weg, damit sie nicht sehen, wie ich die Butter hineingebe! Aber es ist wirklich gut. Das macht das Ganze ein kleines bisschen cremiger.
Wir unterstützen Smart Works
Wir sind stolz darauf, unsere Kampagne Female Voices am Internationalen Frauentag zur Unterstützung von Smart Works zu starten.
Smart Works ist eine britische Wohltätigkeitsorganisation, die arbeitssuchende Frauen für Vorstellungsgespräche und den Erfolg im Beruf einkleidet und coacht. Seit 2013 hat Smart Works über 45.000 Frauen an 11 Standorten unterstützt. 2025 eröffneten sie ihren 12. Standort in Bristol, einer Region mit nachweislichem Bedarf und seit April wurden jährlich 10.000 Frauen in ganz Großbritannien unterstützen.
Anlässlich unserer Kampagne spendet ME+EM an Smart Works, um deren großartige Arbeit zu unterstützen und zu fördern. Erfahren Sie mehr über die Organisation via smartworks.org.uk.
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